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Kinder stiften Frieden auf dem Pausenplatz:

Nationale Evaluation zeigt: „Peacemaker“ reduziert Gewalt an der Schule

 

Das schulische Gewaltpräventionsprojekt „Peacemaker“ von NCBI Schweiz wurde im Auftrag des Bundes in einzelnen Schulen der Kantone Bern, Luzern, Obwalden und Zürich evaluiert und in seiner Wirkung positiv bewertet. Insbesondere Schlägereien, Streit, aber auch Mobbing unter Kindern und Jugendlichen haben laut Lehrpersonen und Schülerschaft durch den Einsatz von Pausenplatz-Streitschlichter/innen abgenommen.

An rund 70 Deutschschweizer Schulen werden Kinder und Jugendliche im Rahmen des Gewaltpräventionsprogramms „Peacemaker“ von NCBI Schweiz (National Coalition Building Institute, www.ncbi.ch) zu sogenannten Peacemakers ausgebildet. Als Teil eines umfassenden Projektes mit Elternabend, Projektwoche und Fortbildung des Schulteams lernen sie, wie sie bei Konflikten auf dem Schulhausplatz, auf dem Schulweg oder in der Klasse schlichtend eingreifen und Gewalt verhindern können.

Als Teil des nationalen Präventionsprogramms „Jugend und Gewalt“ hat das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) die Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit beauftragt, das NCBI-Projekt „Peacemaker“ zu evaluieren. Die Resultate der im September 2013 erscheinenden Evaluation sprechen für den Einsatz von Peacemaker im Rahmen eines breit gestützten Schulprojekts.  

Ron Halbright, Ko-Präsident von NCBI Schweiz, der das erste „Peacemaker“-Projekt 1994 in Wettingen an einer Primarschule begleitete, sagt: „Durch ‚Peacemaker‘ werden jedes Jahr mehr als 1000 Kinder und Jugendliche in Streitschlichtung ausgebildet und Zehntausende von Kindern und Jugendlichen erleben, dass Streitigkeiten deeskalierend geschlichtet werden können. Die Evaluation zeigt, dass ‚Peacemaker‘ seit 20 Jahren einen Beitrag zur Gewaltprävention für eine ganze Generation darstellt.“

Jede Klasse wählt in der Regel eine Schülerin und einen Schüler als Peacemaker, die bei konfliktgeladenen Situationen deeskalierend eingreifen und Gewalttätigkeiten verhindern. Das „Peacemaker“-Projekt hat zum Ziel, das Bewusstsein der Schülerschaft sowie des Schulteams für die schulinterne Streitkultur und Gewaltdynamik zu fördern und Gewalt abzubauen.  

Die Evaluation basiert auf Befragungen der Schülerschaft, Lehrpersonen, Schulleitung und weiterer am Projekt beteiligten Personen von fünf Schulgemeinden: Alpnach (OW), Emmen (LU), Hombrechtikon (ZH), Reichenbach i.K. (BE) und Stadt Zürich (Untermoos).

Ziele werden erreicht

Lothar Janssen von der Beratungs- und Präventionsstelle der Schule Hombrechtikon sagt: „Die Peacemakers, bei uns vor 11 Jahren eingeführt, waren der Auslöser und sind gleichzeitig der Garant für eine gelungene Schulprävention.“

Die Untersuchung zeigt, dass eine grosse Mehrheit der befragten Lehrpersonen (88.2%) eher oder ganz der Meinung ist, dass es an ihrer Schule aufgrund des „Peacemaker“-Projekts weniger Schlägereien gibt. Weiter geben 68.6% der befragen Lehrpersonen an, dass an der betroffenen Schule weniger gestritten wird. 62.8% berichten, dass es weniger Mobbing gibt.

Auch die Mehrheit der befragten Schülerschaft unterstreicht sämtliche der genannten positiven Wirkungen des Projekts „Peacemaker“. Das Gewaltpräventionsprojekt führt beispielsweise laut 63.4% der befragten Schülerinnen und Schülern zu einem faireren Umgang untereinander. Die grosse Mehrheit der Lehrpersonen (81.8%) ist der Meinung, dass aufgrund des „Peacemaker“-Projekts Streitigkeiten vermehrt konstruktiv ausgetragen werden. Dies führe laut den Befragten zu einer grundsätzlichen Verbesserung des Schulklimas.

Die Evaluation identifiziert Erfolgsfaktoren für die Umsetzung des Projekts „Peacemaker“: Das ganze Schulteam soll dahinter stehen und eine motivierte und engagierte Schulleitung stellt dabei eine Grundvoraussetzung für den positiven Projektverlauf dar. 

Links zum Thema:

national coalition building institute

Jugendgewalt

Projektdatenbank

Stadtluzern, Konflikte ohne Gewalt

Beiträge zur Sozialen Sicherheit

Evaluation

 

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